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160020

Dr.

Alfred

Sattig

Gedicht-Interpretationen und Lesung: Becher: "Die Partei", Brecht: "Gegen Verführung", Benn "Nur zwei Dinge"

Beginn

03.12.2010

18

:

15

Gebühr

VHS, Wilhelmstr. 5

5.00

Benn glaubte nicht, dass der Mensch gut sei, glaubte nicht, dass sein Wesen rational und alle seine Leiden "hygienisch und sozial bekämpfbar" seien - und grenzte sich damit auch fundamental von Becher und Brecht ab, die beide an die Möglichkeit der Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft - einer humanen, gerechten, klassenlosen, also nicht ausbeuterischen, friedliebenden, alle Antagonismen überwunden habenden Gesellschaft - glaubten. Und kaum etwas zeigt diese weltanschaulichen Unterschiede - und die Grundüberzeugungen der drei Dichter - deutlicher auf als die 3 Gedichte, die an diesem Abend gelesen und interpretiert werden sollen (Zu Bechers "Die Partei" und zu Brechts "Gegen Verführung" vgl. die Texte der beiden entsprechenden Lesungen) .

Hier das dritte Gedicht (Benns "Nur zwei Dinge"):

Durch soviel Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: Wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage -
dein fernbestimmtes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.

Abendkasse
 
 
 

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